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„Die Schatten“
ein Roman von  
Mahmood Falaki

Der iranischer Autor Mahmood Falaki lebt seit 1986 in Hamburg. Er kam 1951 im Norden Persiens auf die Welt. An der Universität Hamburg studierte er Germanistik und Iranistik.
Seine literarische Arbeit umfasst Lyrik, epische Poesie sowie Literaturkritik. Er veröffentlichte bis jetzt 18  Bücher, Gedichte und Erzählungen. Einige seiner Arbeiten sind ins Deutsche, Englische und Schwedische übersetzt worden.

Sein Roman „Die Schatten“ wurde 2003 veröffentlicht und ging nach einigen Monaten in die 2. Auflage.
Der Ort der Handlung dieses Romans liegt im Iran am Kaspischen Meer. Die Geschehnisse spielen sich zeitlich am Anfang der 60er Jahre während der Agrarreform des Schahs ab. Der Erzähler versucht nach 30 Jahren den mysteriösen Mord an seinem Onkel aufzuklären und stellt durch die Fotos eine geheimnisvolle innere Beziehung zu seiner Kindheit her.
„Falaki entwirft einen ganzen Reigen skurriler Figuren, erzählt viele kleine Geschichten, die er fließend verwebt. Die Verwirrtheit der Tante Sadigheh, die stumm mit kajalgeschwärzten Augen vor dem Haus sitzt und das Wetter vorhersehen kann, scheint dem kindlichen Blick so vertraut wie komisch verschroben. Daß die Tante eine große Schande über die Familie gebracht hat, weil sie ein uneheliches Kind gebar; daß der Patriarch der Familie es ihr wegnahm und umbrachte und sie seither nicht mehr die ist, die sie war, erfährt man erst später.
Alle Figuren Falakis sind Teil einer größeren Gemeinschaft. Sie gehören zur Familie und sind in der Dorfgemeinschaft eingebunden. Dem Autor gelingt sowohl die lebendige Zeichnung dieses Miteinanders, als auch die Hervorhebung der einzelnen Charaktere.... 
Ohne Bewertung skizziert Falaki die Sitten und Gebräuche. So erfährt der Leser von den Gesellschaftlichen Hierarchien, den patriarchalischen Familienstrukturen.... Das Traditionelle und manchmal Phantastische verbinden sich mit modernen Erzählelementen ...“

(Carola Ebeling in der taz vom 19. Februar 2004 / Kulturkalender in der taz Hamburg)
Die Schatten
Roman

Aus dem Persischen von Behzad Abbasi. Subjekt-Verlag Bremen 2003, 184 Seiten,  19,80 Euro

Unendlichkeit

Jemand nähert sich meinem Traum.
Ich öffne meine Augen.
Das Licht geht an
und eine Hand vom Rande der Welt
drückt den Türgriff.

Ich habe nicht die Abgeklärheit der Toten,
die nicht mehr zurückkehren:
Ich wache auf
und umfange dich.

Auf der Suche nach dir
fand ich mich selbst.
Als ich dich fand,
habe ich mich verloren.


Mahmood Falaki, „Lautloses Flüstern“, IKW, Hildesheim 1995

نشریه فرهنگی، ادبی و اجتماعی

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