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Nummer 11, 2. Jag. Dez 2005 Das islamfeindliche Virus und Realitätsverlust der Medien Wenn man einmal selbst Zeuge eines Ereignisses und dessen spätere Wiedergabe in den Medien wird, kann man das Vertrauen in viele Berichte über den Iran und Islam verlieren. Worum geht es? Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi berichtete während ihres Besuches in Hamburg (im letzten Oktober) bei einem Presse-Meeting von einer Weisung des Ministers für islamische Kultur, nach der die in diesem Ministerium und dessen untergeordneten Einrichtungen beschäftigten Frauen ab 18:00 Uhr zu Hause sein sollten, um sich um ihre Familie zu kümmern. Eine solche Weisung ist schlimm genug. Am nächsten Tag hieß es in einem Bericht des Hamburger Abendblatts: „In Rage bringt sie (BS: Shirin Ebadi) jedoch die jüngste Schikane der Fundamentalistenriege: Danach müssen Frauen ab 18 Uhr zu Hause sein, um sich um ihren Mann und Kinder zu kümmern.“ (Abendblatt vom 24. Oktober, Seite 4) Nach der Aussage von Frau Ebadi sind von dieser Regelung wahrscheinlich 1.000 Frauen betroffen; nach dem Bericht vom Abendblatt aber ca. 20 Millionen beschäftigte und unbeschäftigt „Frauen“. Erst durch unseren massiven Druck wurde eine Berechtigung dieses Berichtes als „Leserbrief“ veröffentlicht. Frau Ebadi hatte bei diesem Meeting gerade die Medien um Objektivität gebeten: „schwarz soll nicht schwärzer und weiß nicht weißer wiedergegeben werden.“ Dennoch scheint die Sensationssucht größer zu sein, als die Rücksicht auf eine Frau, deren Worte im Ausland auf die Goldwaage gelegt werden, und unter schweren Bedingungen für Menschenrechte kämpft.
Hadi Resasade |

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نشریه فرهنگی، ادبی و اجتماعی |

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